Kompliment an die Rhein-Zeitung, so geht fairer Journalimus: Nachdem der RZ-Artikel vom vergangenen Freitag einige falsche Aussagen von Frau Monika Burzik über die freien Musikschulen enthielt, bekamen wir in der aktuellen Ausgabe die Gelegenheit zur Richtigstellung und Einordnung. Vielen Dank dafür!
Freie Musikschulen in Mayen-Koblenz - ein wichtiger Bestandteil des musikalischen Bildungsangebots, der erhalten werden muß
Im Landkreis Mayen-Koblenz wird ein großer Teil des musikalischen Bildungsangebotes von freien Musikschulen geleistet. Aktuell besuchen mehr als 2000 Schüler die Musikunterrichte der Musikschulen in freier Trägerschaft.
An den 13 Standorten der freien Muskschulen im Landkreis Mayen-Koblenz stehen den Musikschülern 105 Lehrkräfte für Instrumentalunterrichte, Elementare Musikpädagogik für Kleinkinder, Musikgruppen, Jugendorchester, Kinderchöre, Bandproben und viele weitere musikalische Angebote zur Verfügung. Kindergärten und Schulen werden in ihrer musikpädagogischen Arbeit von den freien Musikschulen vor Ort genau so unterstützt wie Musikvereine und Chöre bei Nachwuchsfindung und musikalischer Aus- und Weiterbildung. Musikalische Beiträge der Schüler und Lehrer sind fester Bestandteil vieler Veranstaltungen in den Gemeinden wie z.B. bei Stadt- und Dorffesten, in Altersheimen oder bei kirchlichen Anlässen.
Auch zukünftig wird es für die Mayen-Koblenzer Kommunen ohne die freien Musikschulen nur schwer möglich sein, ein ausreichendes und zugängliches Musikunterrichtsangebot im Landkreis zu gewährleisten. Mit dem Ganztagsförderungsgesetzes kommt auf die Kommunen eine weitere herausfordernde Aufgabe zu, bei der die musikalischen Angebote der freien Musikschulen einen wesentlichen Beitrag bei der Abdeckung der Betreuungszeiten insbesondere in den Schulferien leisten können.
Erschreckenderweise sind jedoch viele freie Musikschulen in Mayen-Koblenz von der Schließung bedroht. Eine wesentliche Ursache hierfür ist die aktuelle Musikschulpolitik des Landkreises und der Städte und Verbandsgemeinden. Im aktuellen Haushalt des Kreises sind 425.000 Euro als "Kostenbeteiligungen an Musikschulen“ eingeplant, die Verbandsgemeinden und Städte leisten noch einmal denselben Betrag. Diese 850.000 Euro werden bisher ausschließlich an die Kreismusikschule vergeben, allen anderen Musikschulen wird diese Förderung kategorisch verweigert. Während die Gebührenordnung der Kreismusikschule seit 2017 nicht mehr an die Inflation angepasst wurde - hier übernehmen Kreis, Verbandsgemeinden und Städte inzwischen 55% der Unterrichtskosten - , können immer mehr Familien die Unterrichtsbeiträge der freien Musikschulen nicht mehr bezahlen und müssen ihre Kinder vom Musikunterricht abmelden.
In diesem ungleichen Wettbewerb können die freien Musikschulen nicht dauerhaft bestehen und kämpfen um ihre Existenz! In den vergangenen Jahren haben bereits die Inhaber der Musikschulen Hackenbruch in Mendig und Andernach und Musikschule Op den Camp in Winningen Ihr Engagement beendet.
Um die Förderung der Musikschüler sozial und gerecht zu gestalten und Musikschulen und Unterrichtsplätze zu erhalten, sind Veränderungen dringend notwendig. Deshalb fordern wir den Kreis und die Verbandsgemeinden und Städte auf, die verfügbaren Haushaltsmittel auch den freien Musikschulen zugänglich zu machen und nach klaren Kriterien wie z.B. Unterrichtsangebot, Gemeinnützigkeit, Kooperationen mit Schulen- und Kindergärten, Sozial- und Familienrabatten oder Inklusionsleistungen zu vergeben.
Auch in Zukunft möchten die freien Musikschulen ihren Beitrag zur musikalischen Bildung in Mayen-Koblenz leisten. Sie bieten den Kommunen deshalb ausdrücklich ihre Zusammenarbeit und Gesprächsbereitschaft an. Wir appellieren dringend an alle politisch Verantwortlichen, die verfügbaren Haushaltsmittel so einzusetzen, dass die Musikschulen in freier Trägerschaft und ihre musikalischen Angebot erhalten und nicht paradoxerweise mit öffentlichen Mitteln verdrängt werden.
